Die Dämmerung setzt ein. Lampen und Fackeln erleuchten die Straßen und Tavernen. Es ist die Zeit der Geschichtenerzähler und der Zusammenkünfte. Planungen für die Nacht oder Abschluss der Tagesgeschäfte stehen an.
Persönlichkeit
Cynthia mag auf den ersten Blick abweisend und kühl rüberkommen, doch tief im inneren ist sie noch immer der hilfsbereite und freundliche Mensch, der sie einst war. Sie redet wenig, doch sie ist immer höflich und stellt die Bedürfnisse anderer über ihre.
Diejenigen, die ihr Vertrauen gewonnen haben, erfahren ihre unerschütterliche Loyalität. Doch wenn sie einmal jemanden vertraut, glaubt sie, dass deren Loyalität genauso unerschütterlich ist und dass man sie verraten könnte, zieht sie gar nicht in Betracht.
Cynthias äußere Schale mag hart sein, aber darunter verbirgt sich ein warmherziges und verlässliches Wesen.
Sie hat außerdem nichts von ihrer Tollpatschigkeit von früher verloren und stolpert noch immer über ihre eigenen Füße.
Hintergrundgeschichte
Cynthia wurde in einem Dorf am Rande des Königreichs geboren. Sie wuchs als Tochter von einfachen Bauern auf und hatte sieben Schwestern und einen Bruder. Sie und ihr Bruder standen sich sehr nahe.
Sie war ein sehr tollpatschiges, aber freundliches und liebevolles Mädchen, welches schnell die Herzen der anderen Dorfbewohner gewann. Wenn jemand Hilfe brauchte, war sie immer zur Stelle. Sie liebte ihr Dorf und obwohl sie arm waren, war sie glücklich.
Eines Tages zog eine Frau in das Dorf. Sie hatte eine Tochter namens Maia, die ungefähr in Cynthias Alter war. Maia war sehr introvertiert, distanziert, redete kaum mit jemandem und verbrachte einen Großteil des Tages im Haus. Auch auf Dorffesten war sie selten dabei. Die meisten stempelten sie als faul und unsozial ab, doch Cynthia merkte, dass etwas anderes dahintersteckte. Sie begann, öfter mit Maia zu reden und lud sie zu sich ein. Mit der Zeit wurde Maia immer aufgeschlossener ihr gegenüber und Cynthia erfuhr, dass Maia Angst vor anderen Menschen hatte und deshalb so schüchtern und zurückgezogen war. Cynthia half ihr schließlich, diese Angst so gut es ging zu überwinden und bald traute Maia sich sogar, mit den anderen Kindern zu spielen.
Die Jahre vergingen und Cynthia und Maia waren unzertrennlich geworden. Doch ein Schicksalsschlag sollte alles verändern, als Cynthia und ihr Bruder zusammen im Wald waren. Sie hatten sich verlaufen und es war tiefste Nacht, als sie plötzlich von etwas angegriffen wurden. Eine Kreatur, es sah aus wie ein Wolf, doch er war riesig und stand auf zwei Beinen. Cynthia überlebte schwer verletzt, doch ihr Bruder starb, kurz nachdem er die Kreatur getötet hatte.
Und in der nächsten Vollmondnacht passierte es: Cynthia verwandelte sich in einen Werwolf. Sie griff Maia, die bei ihr geschlafen hatte, an und hinterließ eine Krallenwunde in ihrem Gesicht. Cynthia verwüstete beinahe das ganze Dorf, bevor sie einen Teil ihrer Kontrolle wiedergewann und sich zurückverwandelte. Doch dann kamen die Dorfbewohner aus ihren Häusern, mit Mistgabeln und Fackeln. Sie bezeichneten Cynthia als Monster und beschuldigten sie sogar, ihren Bruder damals getötet zu haben.
Mitten in einem Gewittersturm floh Cynthia aus dem Dorf und suchte Schutz in einer Höhle. Sie verfluchte sich und die Werwölfe. Gerade, als sie sich das Leben nehmen wollte, wurde sie aufgehalten. Ausgerechnet von Maia, die ihr gefolgt war. Sie war ihr überhaupt nicht böse und die Verletzung, die sie erlitten hatte, war nicht so schlimm, wie Cynthia gedacht hatte. Sie blutete nicht mal mehr.
Die beiden reisten für einige Zeit ziellos umher. Zwischen ihnen hatte sich kaum etwas geändert. Cynthia war trotz allem, was passiert war, glücklich.
Ihre Reise führte sie eines Tages in die Nähe ihres alten Dorfes und als Cynthia und Maia sahen, dass es Lichterloh in Flammen stand, rannten sie sofort hin, um zu helfen. An diesem Tag sah Cynthia Maia zum letzten Mal.
Cynthia wollte nicht glauben, dass Maia tot war, denn es wurde keine Leiche gefunden. Cynthia folgte jede Spur und jeden Hinweis, der auf Maia hindeuten könnte und kam schließlich in die Hauptstadt von Eposia.