Der Nachmittag neigt sich dem Ende zu. Die Schatten werden länger, und die Luft kühlt langsam ab. Die ersten Bürger läuten ihren Feierabend ein. Es ist eine ideale Zeit, um Reisen zu beginnen oder sich auf den Abend vorzubereiten.
Einar wuchs in einer liebevollen Familie unter dem Namen Björn Erikson in einem kleinen Normadenstamm in der Eiswüste der Nordlande auf, wo er bereits in jungen Jahren den Umgang mit der Harpune lernte. Seine Kindheit war unspektakulär und dennoch voller Abenteuer, Freunde und wundervoller Erinnerungen.
Mit zweiundzwanzig Jahren hatte er jedoch genug von der Einöde des Eises und den Tagen die einander glichen. Er verließ seine Heimat und schloss sich kurz darauf der Armee des Königreiches Arturias an, wo man ihn den Umgang mit dem Schwert lehrte. Durch seinen Erfahrungen mit der Harpune entwickelte sich bei ihm jedoch schnell eine Vorliebe für die Lanze.
Seine Karriere als Kavalleriesoldat war geprägt von einer guten Ausbildung und einem kameradschaftlichen Miteinander. Einige Jahre diente er in der Kavallerie, ehe er seine erste eigene Truppe befehligen durfte. Mit Anfang dreißig gehörte er zu einer der fünfzehn Kavallerieführer und war bekannt für seine Kampfkünste mit der Lanze. Nicht unbedingt weil er zu den begabtesten Kämpfern des Landes gehörte, sondern wegen der Art und Weise wie er die Waffe nutzte.
Jahre später stellte der König eine kleine Gruppe von Elitekämpfern zusammen, die Einar’s Frau Eowyn anführen sollte. Da sie auf dem Kampffeld zusammen kämpften, als wären sie eins wurde auch Einar in den Trupp aufgenommen, der sich von dem Tag an Bellorum nannte.
Sie schlossen einige Missionen erfolgreich ab, ehe Eowyn für ein paar Jahre pausieren musste um sich um den gemeinsamen Nachwuchs zu kümmern. Schnell wurde klar das vor allem sie und Einar als Duo die Bellorum Truppe groß hatten werden lassen. Missionen scheiterten, doch der König wollte seine Elitekämpfer noch nicht aufgeben. Er bat Eowyn sich den Bellorum wieder anzuschließen für eine letzte Mission, die sie fort führte. Eowyn willigte ein. Jedoch unter der Bedingung, dass ihre Kinder und die Gouvernante den Geleit begleiten durften.
Sie schafften es den Auftrag erfolgreich auszuführen, doch der Preis war hoch gewesen. Eowyn war gefallen. Die anderen Krieger teilweise schwer verwundet worden. Nur langsam kamen sie voran, sodass sie in den Dörfern halt machten um die Nächte dort zu verbringen. In der Vollmondnacht nach Eowyns Tod übernachteten sie in einem kleinen Dorf weit oben im Norden. Jenem Dorf, das in der Nacht dem Silbersichel-Clan zum Opfer fiel. Was genau mit den Anderen geschah hat Einar nie erfahren. Doch von den Meisten, einschließlich seiner beiden neun Jahre alten Söhne, wusste er mit trauriger Gewissheit das sie tot waren.
Er selber wurde von der jungen Werwölfin Araceli angegriffen und zum sterben zurück gelassen. Eine Heilerin hatte ihn zu seinem Glück gefunden. Mehr tot als lebendig, was für ihm die Knechtschaft des Clans erspart hatte. Die Heilerin hatte ihn mitgenommen, aufgepäppelt und im Anschluss erzählt was passiert war. Was sie nicht wissen konnte: Araceli hatte Einar in einen Werwolf verwandelt.
Im darauf folgenden Monat verwandelte sich Einar das erste Mal. Er war kurz vor der Hauptstadt Arturias als es geschah. In dieser Nacht tötete er einen Reisenden, der es nicht rechtzeitig in die Stadt geschafft hatte sowie zwei Bauernjungen, dessen Eltern sie zu später Stunden noch auf das Feld geschickt hatten um Rüben für den Eintopf zu ernten. Als Einar bewusst geworden war was er in der Nacht getan hatte saß der Schock tief. Er brauchte ein paar Tage um sich zu sammeln und sein Pferd Shabrang zu finden, welchem die Flucht vor seinem verwandelten Reiter gelungen war. Dann kehrte er zum König zurück und berichtete was passiert war. Lediglich sein eigenes Schicksal verschwieg er und trat ohne ein weitere Erklärung aus der Armee aus. Nur mit dem nötigsten dabei verließ er Arturias eilig. Schabrang trug ihn in den folgenden Tagen durch das komplette Königreich, bis er schließlich Eposias Grenzen erreichte.
Einar trägt eine Stahlrüstung mit einer dünnen Bronzelegierung wodurch das Stahl einen leicht bronzefarbenen Stich bekommt. Die Rüstung verzichtet auf den meisten Schnickschnack, der für jene hochrangiger Ritter Arturias üblich ist, weshalb sie lächerlich schlicht wirkt.
Obwohl Einar eine schwere Rüstung trägt verzichtet er auf einen Helm, der ihm das Sichtfeld einschränken würde und weitere Rüstungselemente, die seine Bewegungsfreiheit einschränken würde.
Die Waffe der Wahl ist für Einar stehts die Lanze gewesen, da sie auf Reisen jedoch eher hinderlich gewesen wäre hat er sie in der Hauptstadt von Arturias zurückgelassen und schwingt seit dem lediglich das Schwert, mit dem er nicht ganz so geschickt ist wie mit der langen Stichwaffe.
Da die meisten hochrangigen Arturias Krieger das Landeswappen als Bradmal im Nacken haben, trägt Einar seit einigen Monaten das Haar lang um sein eigenes zu verbergen.